Saint-Émilion ist eine der historischsten Weinappellationen von Bordeaux und liegt am rechten Ufer der Dordogne etwa 40 Kilometer östlich der Stadt Bordeaux. Die Appellation umfasst die mittelalterliche Stadt...
Saint-Émilion ist eine der historischsten Weinappellationen von Bordeaux und liegt am rechten Ufer der Dordogne etwa 40 Kilometer östlich der Stadt Bordeaux. Die Appellation umfasst die mittelalterliche Stadt Saint-Émilion und acht umliegende Gemeinden, mit Weinbergen, die sich über eine vielfältige Landschaft aus Plateaus, Hügeln und sandigen Ebenen erstrecken. Saint-Émilion erhielt 1936 den AOC-Status und unterliegt seinem eigenen Klassifizierungssystem, das vom Klassifizierungssystem von 1855 des linken Ufers getrennt ist.
Das Terroir der Appellation ist bemerkenswert vielfältig und weist drei unterschiedliche Bodentypen auf: Kalksteinplateaus rund um die Stadt selbst, Ton-Kalkstein-Hänge (côtes) und sandige Kies-Böden (graves) in den Ebenen zur Dordogne. Diese Vielfalt ermöglicht unterschiedliche Ausdrücke innerhalb der gleichen Appellation. Das Klima ist ozeanisch mit maritimen Einflüssen durch die nahe gelegenen Flusssysteme. Merlot dominiert die Anpflanzungen und macht typischerweise 60-70% der meisten Verschnitte aus, unterstützt durch Cabernet Franc und kleinere Mengen Cabernet Sauvignon. Die Appellation produziert ausschließlich Rotweine, wobei viele Weingüter Grand-Cru-Status haben.
Saint-Émilion-Weine sind in ihrer Jugend im Allgemeinen zugänglicher als Bordeaux vom linken Ufer, was an der Vorherrschaft des Merlot liegt. Sie zeigen typischerweise reichhaltige Fruchtaromen mit Pflaumen- und Brombeernoten, ergänzt durch erdige Mineralität, die die Kalksteinböden widerspiegelt. Die Cabernet-Franc-Komponente verleiht Struktur und aromatische Komplexität, während das vielfältige Terroir Weine erzeugt, die von elegant und mineralgetrieben auf den Plateaus bis hin zu vollmundig und fruchtigvorwärts von den Tonhängen reichen.