Madeira

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Madeira ist eine Appellation für Dessertweine, die auf der portugiesischen Insel Madeira im Atlantischen Ozean liegt, etwa 400 Meilen vor der Küste Marokkos. Die Weinproduktion auf der Insel reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück, als portugiesische Siedler erstmals Reben an den vulkanischen Hängen anpflanzten. Die Appellation umfasst die gesamte Insel, mit Weinbergen, die auf terrassierten Hügeln angelegt sind und sich dramatisch vom Meeresspiegel bis über 1.800 Fuß Höhe erheben.

Das einzigartige Terroir verbindet vulkanische Böden mit einem subtropischen maritimen Klima, das vom Golfstrom beeinflusst wird. Die traditionelle Madeira-Herstellung beinhaltet eine Anreicherung mit Traubenschnaps und einen charakteristischen Reifungsprozess namens „Estufagem", bei dem Weine in speziellen Räumen oder Tanks erhitzt werden, um die Auswirkungen von langen Seereisen zu simulieren, die den Wein historisch verbesserten. Die Appellation erlaubt mehrere Rebsorten wie Malvasia (Malmsey), Verdelho, Sercial und Bual für die besten Weine, obwohl Tinta Negra ebenfalls weit verbreitet ist. Weine werden nach Süßegraden von trocken bis reichhaltig eingeteilt, mit Reifezeiten von drei Jahren bis zu mehreren Jahrzehnten.

Madeira-Weine zeichnen sich durch ihre bemerkenswerte Lagerfähigkeit und ein charakteristisches Aromaprofil aus, das Noten von Karamell, Nüssen, Trockenfrüchten und Gewürzen umfasst. Die Kombination aus Anreicherung und Wärmereifung erzeugt Weine mit hoher Säure und oxidativen Charakteristika, die im Laufe der Zeit komplexe tertiäre Aromen entwickeln. Die verschiedenen Rebsorten erzeugen unterschiedliche Stile: Malvasia bringt die süßesten Weine mit reichhaltigem, honiggetränktem Charakter hervor, während Verdelho mitteltrocken Weine mit Zitrus- und Gewürznoten produziert. Alle Madeira-Weine teilen eine charakteristische, pikante Säure und die Fähigkeit, nach dem Öffnen über längere Zeit hinweg stabil zu bleiben.